27. Januar 2016

Neue Einsatz-Schutzkleidung in Dienst gestellt

neueSchutzkleidung Ihre Feuertaufe bestand die neue Schutzkleidung bei einem Kaminbrand in der Binger Innenstadt am 22.01.2016

Im Laufe des Januars 2016 haben alle Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Bingen am Rhein eine neue Schutzkleidung erhalten. Insgesamt wurden 250 Einsatzjacken beschafft. Feuerwehrangehörige, die als Atemschutzgeräteträger eingesetzt werden, erhielten zusätzlich Überhosen, die die gleiche Schutzwirkung wie die Einsatzjacken bieten.
Die Anschaffungskosten für dieses von Wehrleiter Marco Umlauf initiierte Projekt betrugen etwa 185.000 Euro und lagen damit deutlich unter dem ursprünglich geplanten Ansatz. Die neue Schutzkleidung entspricht dem aktuellen Stand der Technik und erfüllt die praktischen Anforderungen im Einsatz. Sie soll auch dazu beitragen, die teils gefährliche Arbeit der Binger Feuerwehrangehörigen zu unterstützen.
Die bisherige Schutzkleidung der Feuerwehrangehörigen war zu einem großen Teil stark abgenutzt und entsprach teilweise auch nicht mehr den heutigen Richtlinien.
Ca. 10 Jahre beträgt die Nutzungsdauer der Feuerwehrschutzbekleidung, wenn diese im Einsatz nicht vorher massiv beschädigt wird.

Kontamination leichter zu erkennen
Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zur alten Schutzkleidung ist die Farbe. Der rote Grundton der Einsatzjacken ist insbesondere in der Dämmerung und Dunkelheit besser sichtbar als der bisherige schwarzblaue Grundton. Die rote Farbe heizt sich zudem bei Hitzeeinstrahlung nicht so schnell auf. Verschmutzungen durch Brandprodukte sind darüber hinaus besser sichtbar, was die Reinigung erleichtert. Ein mehrlagiger Aufbau des Materials mit spezieller Membran soll indes den Wärmestau bei körperlicher Aktivität unter der Schutzkleidung mindern.
Durch den hohen Anteil an retroreflektierenden Flächen müssen im Feuerwehreinsatz auf Bingens Straßen und den angrenzenden Autobahnen auch keine Warnwesten mehr getragen werden.

Der Beschaffungsvorgang
Die Beschaffung der neuen Schutzausrüstung für die Feuerwehr Bingen hat im Juli 2012 mit der Mittelanmeldung für den Haushalt begonnen. Die zeitgliche Ausstattung aller ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehr Bingen war dabei ein wichtiges Ziel, das bisher einmalig in der Geschichte der Binger Wehr ist.
Das Beschaffungsprojekt an sich startete Mitte 2013 mit ersten Messebesuchen und einer Sondierungsphase zur Ermittlung der Leistungskriterien für die Ausschreibung. Hierfür wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, in der zeitweise bis zu 10 Wehrmänner aus verschiedenen Stadtteilwehren mitgearbeitet haben. Verschiedene Modelle der Anbieter wurden gesichtet und bewertet.
Nach Abschluss des Ausschreibungsverfahrens konnte der Auftrag zur Lieferung der der Brandschutzbekleidung von Typ Fireliner der Firma Consultiv im Mai 2015 vergeben werden.

Die Highlights der neuen Feuerwehrschutzkleidung

  1. Erhöhung der Schutzstufe. Die gesetzlichen / arbeitsschutzrechtlichen Vorgaben für Feuerwehrschutzkleidung sind auf Basis europaweit geltender Normen angehoben worden. Die neue Feuerwehrschutzkleidung entspricht diesen Anforderungen voll umfänglich.
  2. Ergonomischer Schnitt der Schutzausrüstung und damit besserer Tragekomfort. Dazu trägt auch eine zum Vorgängermodell verkürzte Jacke bei.
  3. Verbesserter Gewebeaufbau. Hitzebeständiger Oberstoff und eine Membrane, die wasserdicht, winddicht und atmungsaktiv ist.
  4. Das Netz-Innenfutter sorgt für eine bessere Atmungsaktivität und geringere Feuchtigkeitsaufnahme.
  5. Möglichkeit zur Einführung eines integrierten Brustgurtsystem, als Ersatz für den bisher verwendeten Feuerwehrgurt.
  6. Kompatibilität der Schutzkleidung mit der bestehenden Feuerwehrausrüstung.

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