26. April 2016

Blaulichtgottesdienst

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Es ist dunkel und die Scheinwerfer tauchen die Kirche in ein blaues Licht. Davor – Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Rettungsdienste und der Polizei. Und drinnen, in der Kirche sitzen viele Helfer in ihrer Einsatzkleidung. Es ist mal wieder Blaulichtgottesdienst. Den feiern wir in unserer Stadt für all die Helferinnen und Helfer, die schnell zur Stelle sind, wenn etwas passiert ist.
Hinschauen, wenn man lieber wegschauen will, das können die. Gott sei Dank. Warum können die das? Fragen sich manche. Es ist doch gar nicht so leicht, hinzuschauen; zum Beispiel: wenn ein Auto im Graben liegt. Wer weiß welcher Anblick mich da erwartet. Vielleicht ist jemand schwer verletzt. Vielleicht kenne ich den auch noch.

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Warum können die das trotzdem?
In einem Gleichnis in der Bibel geht es auch ums Hinschauen. Jesus erzählt von einem Menschen, der unter die Räuber gefallen ist. Schwerverletzt liegt er am Straßenrand. Andere kommen vorbei. Schauen schnell weg und gehen weiter – warum auch immer. Erst dieser eine Ausländer, der mit der etwas anderen Religion und Kultur, der Samariter schaut hin. Er steigt von seinem Esel, verbindet die Wunden und bringt den Verletzten in ein sicheres Wirtshaus.
Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter ist vielen Einsatzkräften sehr vertraut. Sie mögen es und es ist für sie ein Ansporn, hinzuschauen. Sie wollen lernen, die Situation an der Einsatzstelle auszuhalten. Auch wenn ihnen die Bilder dann oft nicht mehr aus dem Kopf gehen oder die Gerüche oder die Schreie.

Jesus erzählt die Geschichte vom Barmherzigen Samariter, weil er in ihm den Menschen sieht, den Gott besonders im Blick hat. Es ist der barmherzige Samariter, um den sich Gott besonders kümmert und der ihm am Herzen liegt.
Und deshalb feiern wir bei uns in Bingen am Rhein den Blaulichtgottesdienst. Für alle starken und hilflosen Samariter unter uns. Wir wollen ihnen Mut machen, etwas zu wagen und hinzuschauen. Weil Gott Leute wie sie besonders im Blick hat.
(Quelle: Olliver Zobel, Bingen, Evangelische Kirche)

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