20. Juli 2014

Jubiläumsfeierlichkeiten werden von Brandkatastrophe überschattet

 

Nur wenige Stunden, nachdem die Feuerwehr Bingen mit einem Festakt und Gottesdienst Sonntags den Höhepunkt ihres 150-jähringen Bestehens gefeiert hat, mussten die Einsatzkräfte zu einem Gebäudebrand in der Binger Gerbhausstraße ausrücken.
Der Alarm erreichte die Einsatzkräfte am 20. Juli um 22:38 Uhr. Bereits sechs Minuten später traf der erste Löschzug mit 20 Einsatzkräften am Brandort ein.
Im 2. Obergeschoss eines Wohnhauses war aus bisher noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen und hatte sich schon zu einem ausgedehnten Wohnungsbrand entwickelt. Eine Bewohnerin konnte vor dem Eintreffen der Wehr von Kräften der Polizei Bingen in Sicherheit gebracht werden. Eine zweite Person wurde noch in der Brandwohnung vermisst.
Unter schwerem Atemschutz drangen mehrere Trupps zur Brandwohnung vor. Aufgrund der Brandausbreitung und der enormen Hitze war es zunächst nicht möglich, das Feuer von innen zu bekämpfen. Erst nachdem über die Binger Drehleiter mehrere Fenster geöffnet und das Feuer von außen eingedämmt worden war, gelang es in das Brandgeschoss vorzugehen. Dort fanden die Einsatzkräfte dann die Leiche der vermissten Person.
Die Löscharbeiten zogen sich bis in die frühen Morgenstunden des heutigen Montags hin und wurden durch die enge Bebauung und die alte Bausubstanz erschwert. Um an alle Glutnester zu gelangen, musste der Teleskopgelenkmast der Werkfeuerwehr Boehringer Ingelheim zur Unterstützung angefordert werden.

An den Löscharbeiten waren rund 130 Einsatzkräfte der Feuerwehren Bingen-Stadt, Bingerbrück, Kempten, Gaulsheim, Büdesheim und Ingelheim beteiligt.
Die ebenfalls alarmierte Unterstützung aus Gau-Algesheim musste unmittelbar nach ihrem Eintreffen zu einem Feuer auf dem Laurenziberg abrücken.
Für helle Aufregung sorgte gegen 23 Uhr die Meldung über einen weiteren Gebäudebrand in der Mainzer Straße in Bingen. Hier stellte sich allerdings schnell heraus, dass es sich um einen Fehlalarm handelte.
Oberbürgermeister Thomas Feser informierte sich vor Ort über das Einsatzgeschehen. Ferner standen Notfallseelsorger den Einsatzkräften bei diesem psychisch belastenden Einsatz bei. Ein Baufachberater des THW begutachtete die Statik des Gebäudes. Eine akute Einsturzgefahr konnte nicht festgestellt werden.
Noch in der Nacht nahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen vor Ort auf.

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